Mit dem Fahrrad nochmal kurz eine Kleinigkeit vom Supermarkt besorgen. Mit dem Fahrrad mal eben zu einem Bekannten fahren. Diese beiden Situationen sind für die meisten Deutschen alltäglich und selbstverständlich. Sie können Fahrrad fahren, da sie es häufig bereits im frühen Kindesalter gelernt haben.


Doch wie sieht es mit Personen aus anderen Kulturkreisen aus, die erst vor kurzer Zeit nach Deutschland gekommen sind?
Viele von ihnen, und vor allem die Frauen, haben noch nie auf einem Fahrrad gesessen. Hier in Deutschland ist es jedoch gang und gebe, dass man kurze Wege mit einem zweirädrigen, nicht motorisierten Gefährt bestreitet. Das ist nicht nur kostenlos, sondern schont hinzukommend die Umwelt.
Mobilität allgemein ist ein wichtiger Baustein, wenn es um gelungene Integration geht. Deshalb hat sich bereits vor etwa zwei Jahren aus dem Runden Tisch für Flüchtlinge der von der Stadt Soest unterstützte Arbeitskreis Mobilität gebildet, welcher seit einiger Zeit von Herrn Jülicher mit großem Engagement koordiniert wird. Der Arbeitskreis unterstützt Asylbewerber u.a. bei Umzügen in eine eigene Wohnung oder ermöglicht es deren Kindern, zu außer Orts gelegenen oder mit dem Bus schwer erreichbaren Freizeitaktivitäten zu gelangen.

Ein weiteres Projekt, welches aus diesem Arbeitskreis entstand, ist der Kombinationskurs bestehend aus einer Verkehrsschulung mit anschließendem Praxiskurs zum Erlernen des Radfahrens.
Dieser Kombinationskurs fand erstmalig am 14.01.2017 im Stadtgebiet statt.
Unterstützt und organisiert wurde die Aktion durch finanzielle und personelle Mittel seitens des KreisSportBundes, den Mitgliedern des Arbeitskreises Mobilität, der Fahrschule Sölch und der Stadt Soest, vertreten durch Frau Scheck, Herrn Zadran und Frau Zander.

Der erste Teil des Kurses, die Verkehrsschulung, wurde in den Räumlichkeiten der Fahrschule abgehalten.
Dort lernten die insgesamt 15 Teilnehmer u.a. die Verkehrssicherheitsregeln. Ebenso erklärte Fahrlehrer Sölch, wo und auf welchen Radwegen gefahren werden darf. Ferner thematisierte er den für alle Altersklassen gültigen Nutzen der Helme. Vor allem unsichere Fahranfänger sollten sich zum Schutz vor schweren Kopfverletzungen einen Helm aufsetzen. Er zeigte zudem die wichtigsten Komponenten eines Fahrrades: Rückstrahler, Frontlicht, Reflektoren etc. Vor allem die Kinder konnten durch die Erklärung am Exempel viel verstehen, stellten Fragen und hörten interessiert zu.
Nach dem Theorieteil ging es auf dem Schulhof des Conrad-Von-Soest-Gymnasiums mit dem praktischen Teil weiter.

Um etwa 12:15 Uhr fuhren bereits erste Teilnehmer auf teils eigenen und teils von der Radstation geliehenen Fahrrädern über die aufgemalten „Straßen“ des Schulgeländes.
Während einige fortgeschrittene Teilnehmer nahezu problemlos fahren und im Slalom um die aufgestellten Pylonen kurven konnten, fiel es anderen schwer, überhaupt ein Gefühl für das Fahrrad zu bekommen. Durch das Abschrauben eines Pedals konnten die Teilnehmer erst einmal „Rollern“, um den Einstieg zu erleichtern. Dadurch wurden der Gleichgewichtssinn und die Balance gefordert, die für das Radfahren essentiell sind.
Im Laufe des Kurses wurden deutliche Fortschritte erkennbar und die Momente der Frustration konnten durch die motivierenden Worte der Helfer überwunden werden.
Der Kurs konnte nur durch die gute Zusammenarbeit vom KreisSportBund, der Fahrschule Sölch, den ehrenamtlich engagierten Personen und der Stadt Soest entstehen. Aufgrund dieses positiven ersten Versuches und der großen Resonanz der Asylbewerber sind weitere Kurseinheiten für Anfang März angedacht.

 

Arbeitskreise

Wenn auch Sie sich engagieren möchten, dann melden Sie sich bitte bei den entsprechenden Arbeitskreisen Bildung, Dolmetschen, Sport, Kultur, Erstversorgung oder Mobilität.
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